20. Internationale Acappella-Woche Hannover: Gallicantus

Für Gallicantus hat die internationale Acappella-Woche Hannover einen neuen Aufführungsort sich ausgesucht: Die Kirche St. Andreas in Springe. Dies ist eine relativ kleine Kirche, aber hell und klein genug, dass die sechs Männer von Gallicantus ohne Mikrofone oder ähnliche Verstärkung auftreten können.
Gabriel Crouch, der früher auch bei den King's Singers gesungen hat, hat sich Sänger gesucht, mit denen er Renaissance-Musik so darreichen kann wie er sie sich vorstellt - klar, ohne Schnörkel, einfach aber der komplexen Musik gerecht werdend.
Gabriel selbst macht die Ansagen und freut sich als erstes darüber dass die Gruppe nach drei Jahren tatsächlich ihr erstes Konzert gibt - und das im Rahmen eines Festivals, bei dem er schon zu seiner Zeit mit den King's Singers aufgetreten ist. Auch die Kirche sowie das Publikum tut es ihm an, weil die Kirche zu seiner Art Musik passt und die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt ist.
Das Konzert hat tatsächlich eine Pause diesmal - das Hausrecht der Aufführungsorte ist immer unterschiedlich.

Gabriel hat das Programm "Die Kunst des Klagens" genannt und gliedert die beiden Konzertteile in jeweils drei Abschnitte auf: Epitaphen (ein Komponist beklagt den Tod seines Lehrers oder Vorgänges in Form eines Liedes), Hingabe aufgrund des Todes von Prinz Henry sowie Didos Klage.
 
Für jedes der drei Teile werden Stücke von verschiedenen Komponisten vorgetragen - Thomas Tallis beginnt das Epitaph, William Byrd beklagt den Tod von Thomas Tallis und Thomas Tomkins beklagt den Tod von William Byrd.
Zum Tod von Prinz Henry im November 1612 gab es erstaunlich viel Anteilnahme des Volkes, und daraus entstand wohl auch bei vielen Komponisten der Wunsch die Trauer um den Tod des Prinzen musikalisch zu verarbeiten. So entstanden um diesen Tod herum viele Renaissance-Stücke, die Gallicantus dann vorträgt.
Und zu guter Letzt gibt es noch den Abschnitt "Didos Klagen" die aus dem Buch IV von Virgils Aeneis stammen. Die karthagische Königin Dido trauert um Aeneas, den Sohn Trojas, der sie verlassen hat. Jeder Komponist geht mit seiner eigenen Fassung an das Thema heran - der Text wird dabei anders interpretiert und musikalisch dargestellt. Es ist faszinierend, wie derselbe Text in Gesang umgesetzt wird.
Es ist fast schade, wie schnell das Konzert vergeht. Gabriels Erklärungen sind hervorragend um die Musik im Kontext zu geniessen und die Sänger sind genau richtig um diese Art von Musik vorzutragen. Gerne mehr davon!

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